Privatix Live-System ist tot. Es lebe Datenschutz und Verschlüsselung, Debian, Tails, InvestigateIX, Open Source und offene Standards


Privatix Live-System war eine freie, sichere und mobile IT-Arbeitsumgebung zum sicheren Bearbeiten und Mitführen sensibler Daten, für verschlüsselte Kommunikation und zur anonymen Nutzung des Internet

Die Debian GNU/Linux Distribution Privatix Livesystem für die laiengerechte Installation eines verschlüsseltes Systems mit integrierten Datenschutztools und Verschlüsselungstools ist inzwischen nicht mehr notwendig, da Datenschutz und Verschlüsselung in vieler Software inzwischen Standard sind oder es für die verbleibenden Spezialbereiche mittlerweile weiter entwickelte und besser geeignete spezialisierte Alternativen gibt:

Anonym surfen und verschlüsselt kommunizieren mit Tails

Für anonymes Surfen oder anonyme Kommunikation eignet sich das ebenfalls auf Debian GNU/Linux basierende und von Privatix und weiteren frühen Livesystemen zur datenschutzfreundlichen Internetnutzung inspirierte, mittlerweile erwachsene und dank Edward Snowden und Glenn Greenwald berühmt gewordene Tails - The Amnestic Incognito Live-System. Es ist zusätzlich gesichert (z.B. durch zusätzliche Firewall, die auch unabsichtliche Datenübertragung ausserhalb des Browsers über Tor anonymisiert), wird von mehr engagierten Entwickler_innen gepflegt und kann nun wie Privatix bzw. Debian seit einiger Zeit auch Sicherheitsupdates einspielen, die sichere und Privatsphäre schützende Software für das Internet desöfteren braucht.

Recherche-Toolbox InvestigateIX mit datenschutzfreundlicher Suchmaschine

Für die Recherche bzw. Suche in vielen sensiblen Dokumenten gibt es das verschlüsselte Live-System InvestigateIX, das eine datenschutzfreundliche Suchmaschine und andere Recherche-Tools integriert, um laiengerecht sicher und unabhängig auch in sehr großen Datenmengen bzw. Dokumentensammlungen recherchieren zu können.

Datenschutz und Verschlüsselung

Wie im Tutorial "Digitale Selbstverteidigung und Selbstdatenschutz" zu Datenschutz und Verschlüsseln in Eigenregie erläutert, ist Verschlüsselung in immer mehr Software integriert oder entsprechende Verschlüsselungstools für immer mehr Systeme verfügbar.

Für investigativen Journalismus ist zudem noch das Tutorial Datenschutz und Verschlüsseln für Journalisten verfügbar.

Debian GNU/Linux und freie Software

Mittlerweile lässt sich laiengerecht auch mit dem Standard Installer der freien Linux-Distribution Debian GNU/Linux oder Ubuntu ein System verschlüsselt auf einen USB-Stick oder eine externe Festplatte installieren und aus dessen reichhaltigem Software-Repositorium nach individuellen Anforderungen viele weitere nützliche Tools installieren. Wir schreiben oder verlinken demnächst noch eine Anleitung.

Auf Schultern von Riesen

Wir danken allen Open-Source Entwickler_innen für die Arbeit, auf der wir aufbauen konnten und die Hilfe, die wir dabei bekamen.

Vielen Dank für den Support!

Wir danken Spender_innen und Förderern, die mit ihren noch so kleinen aber feinen Spenden, Förderungen und Stipendien die damals notwendige Entwicklung und Projekte und damit auch einige der weiterhin laufenden Nachfolgeprojekte beschleunigt oder teilweise überhaupt erst ermöglicht haben und sorry, dass wir bisher nicht die Zeit hierfür fanden. Vielen lieben Dank auch für wenige Euros vieler Menschen, denn zusammen hat es den ein oder anderen Arbeitstag zusätzlich ermöglicht!

Danke genauso für all die Kritik & Bugreports, Anregungen & Tipps, den Support von Menschen, die noch wissen, welche von oder an die Hardware gelieferte Einsen und Nullen (un)problematisch sind, um das System auf möglichst vielen Systemen bootbar zu machen und denen, die vieles nicht wissen und es zugegeben haben, um zu kompliziertes leichter verständlich zu machen, Textbeiträge und Übersetzungsarbeit, an die, die uns per verschlüsselter Mail oder in Artikeln kritisiert und dadurch auf wichtige Probleme hingewiesen, für Blogs und in Zeitungs-Artikeln getestet, besprochen und dadurch einige Verbesserungen angeregt und ermöglicht haben.

Danke für Berichterstattung in verschiedenen Holz- und Onlinemedien, die wegen Inhalten und Qualität berichteten, und nicht, um als Vitamin-B Investition mit Aussicht auf zukünftiges Return of Investment ihren korrupten scheinheiligen und verlogenen Seilschaften einen Gefallen zu tun.

Einige von uns erinnern sich gerne an die für alle Seiten sehr lehrreiche Zusammenarbeit mit sehr geschätzten investigativen Journalist_innen (nicht zu verwechseln mit üblicher Journallie) & Aktivist_innen, die es für uns Informatiker erstaunlicherweise zu einem sehr frühen Zeitpunkt schnell geschafft haben mit heute laiengerechten und damals nicht gerade mit dem Prädikat "Usability" auszeichenbaren BIOS-Boot-Funktionen zurecht zu kommen, als Verschlüsseln noch nicht Standard und hipper Mainstream war und sich selbst der allerletzte opportunistischste Opportunist, PR-Fuzzi, Facebook-, Google- und Apple-Fanboy (nicht zu verwechseln mit Anwender_innen) mit den Kernkompetenzen Eitelkeit, Fähnchen in den Wind halten und versuchen sich damit an die Spitze zu setzen, Verlogenheit, Scheinheiligkeit, Scharlatanerie, Wichtigtun und Möchtegern-Chef als mutiger Rebell und investigativer Datenschutzexperte inszenierte (nicht zu verwechseln mit Menschen, die Fehler gemacht und dazugelernt haben oder Medienkompetenz lernen).

Wir danken für die Ehrlichkeit, mit der uns Entwickler_innen freier Software wie auch Informant_innen aus IT-Sicherheit, Journalismus, Behörden, Institutionen und Politik abgeschieden persönlich oder anonym und verschlüsselt übers Internet wahre, lehrreiche und teilweise sehr sensible Infos gaben!

Weitere Erfahrungen und Aufkommen der Themen auch im Mainstream lehrten uns, dass ein ehrlicher Umgang gerade bei der verlogenen Journallie (nicht zu verwechseln mit ehrlichen und recherchierenden Journalist_innen) und Politik leider eher die Ausnahme als die Regel ist.

Um so mehr freuen wir uns, dass spätestens mit dem Auslaufen der Debian-Updates für die verwendete Distribution auch dieses Projekt beerdigt ist (und wegen der vielen noch auf der Website Vorbeischauenden endlich einen für die BesucherInnen nützlichen, da auf Alternativen und Nachfolgeprojekte verlinkenden Sarg mit Responsive Design erhalten hat), weil diese Zusatzarbeit nicht mehr notwendig ist und wir nun an neuen sowie innerhalb von grösseren Projekten arbeiten und nicht weil die Unterstützung fehlte, gegen den damaligen Mainstream anzuschwimmen.

Es geht weiter. Danke für das Papier zum Einwickeln des Fisches!

Auch weiterhin werden wir (manche beruflich, andere teilweise beruflich und/oder in der Freizeit) an Open-Source Projekten arbeiten, z.B. an Software für verschlüsselte Kommunikation, der datenschutzfreundliche Suchmaschine Open Semantic Search, InvestigateIX und innerhalb von grösseren Projekten und Organisationen. Neben interessanten und von uns ausgewählten Jobs für die ein oder andere große und bekannte Journalismus-, Bildungs- und/oder Non-Profit-Institution auch weiterhin viel für und in kleinen aber feinen Vereinen, Beratungsstellen oder Medien, mit deren abgeschriebener Arbeit und Recherche sich die vermeintlich Grossen und Berühmten allzuoft schmücken und freuen uns, wenn wir durch weiterhin dafür mögliche Spenden mehr Zeit zur Weiterentwicklung dieser noch sehr speziellen aber z.B. für nicht nur so genannten sondern gelebten investigativen Journalismus wegen der grösseren Dokumenten- und Datenmengen sowie Komplexität um so wichtigeren Tools aufwenden können, ohne von kommerziellen Medienhäusern abhängig zu sein, in deren Strukturen und wegen dort arbeitenden Menschen, die es uns sehr schwer machen den absehbaren Niedergang grosser Teile des sogenannten Journalismus schlimm zu finden (wichtige Ausnahmen bestätigen die Regel), viele solcher Tools nicht rechtzeitig und in ausreichender Qualität entstanden wären.

Auch weiterhin wahr: Die Kaiser sind nackt! Jehova, Jehova!

Unabhängigkeit unterstützen

Wer mag und kann, kann rechts oben bei "Unabhängigkeit unterstützen" oder hier gegen solche Strukturen und Möchtegern-Kaiser sowie daraus resultierenden schlechten Journalismus und Hofberichterstattung spenden.

Wir machen uns nächste Woche wieder an die Weiterentwicklung laiengerechter User Interfaces, damit ernsthaft Recherchierende ohne vertrauenswürdige IT-affine Menschen an ihrer Seite empowert, unabhängig und selbstständig arbeiten können.

Sei es, um nicht bei genauso schlimmen der Journallie oft sehr ähnlichen Informatikern um Unterstützung "betteln zu müssen" und sich im schlimmsten Fall anlügen und in die falsche Richtung schicken lassen zu müssen, sei es wegen mangelnden Budgets für Informatik- oder Datenjournalismus-Dienstleistungen oder wegen der Sensibilität der Recherche.

Dem bei diesen Nachfolgeprojekten ersten Spender jenseits von konkreten Recherchen oder Installationen (diese machen wir für Freie Journalist_innen, Vereine und NGOs gerne auch bei kleineren Budgets) vom November, der die Sprache dieses Textes gar nicht versteht, aber sich wohl spätestens bei der dann auch englisch angekündigten Release des evtl. noch in diesem Jahr erscheinenden Webinterfaces für die Konfiguration der Suchmaschine oder das RSS-Feed-Management für Open Semantic Search und InvestigateIX freuen wird, sei an dieser Stelle bis zur Veröffentlichung der resultierenden Software und des Quellcodes vorerst auf deutsch gedankt.